Endlich Berge – Besteigung der Zugspitze

Mittlerweile bin ich in den Bergen angekommen und möchte nun als erstes die Zugspitze erklimmen, bevor es weiter durch die Alpen in Richtung Süden für mich geht.

Tag 12 – Lermoos bis Knorrhütte – Montag 03.08.2026

23,5 km / H 2200m / R 1180m

Ich bleibe bis um 7 liegen, packe alles in meinen Rucksack und gehe kurz zu einem Supermarkt neben dem Campingplatz, bevor ich dann um 8 auschecken und endlich los kann.

Es geht direkt in Richtung Ehrwald und ich kann die Zugspitze am Morgen sogar schon sehen.

Ich folge dem Weg zuerst durch einen kleinen Wald und dann steiler zwischen Weiden hindurch nach oben bis zur Erwalder Alm. Während ich bis dort hin schon ordentlich schnaufen musste, steigen neben mir die Leute in Massen aus der Gondel aus und beginnen ihre Wanderung erst.

Zum Glück biegen die meisten aber nach rechts ab und für mich geht es links weiter am Hang den Berg hinauf.

Ich komme bei schönem Wetter gut voran und habe dauerhaft schöne Ausblicke auf die Umgebung. Es geht immer weiter nach oben und ich komme an einer kleinen Alm vorbei, die ich aber auslasse.

Kurze Zeit später, lege ich am ersten kleinen Gipfel eine kurze Pause ein und esse eine Kleinigkeit, bevor ich mich auf den weiteren Weg zum Gaterl mache.

Zuerst geht es nochmals kurz nach unten und dann hoch zum Gaterl, welches die Grenze zwischen Österreich und Deutschland bildet. Auf dem folgenden Bild ist das Gaterl bereits sichtbar.

Der kleine Klettersteig hinauf ist gleich überwunden und somit wandere ich auf der anderen Seite wieder etwas nach unten, während ich rechts von mir das Rheintal erblicke.

Nach einigen weiteren Minuten komme ich bereits kurz nach 12 Uhr bei der Knorrhütte an. Eigentlich wollte ich erst morgen zur Zugspitze aufsteigen, aber da ich noch den halben Tag Zeit habe, mache ich kurz eine Pause, lasse einiges aus meinem Rucksack in der Hütte und mache mich um 13 Uhr mit leichtem Gepäck an den Aufstieg. Bereits auf den ersten Metern merke ich, wie einige Leute die Wanderung deutlich unterschätzt haben. Einer frägt mich nach Wasser, da er nur einen halben Liter für den ganzen Aufstieg dabei hatte, obwohl es noch über Stunden nach oben geht. Ich gebe ihn etwas von mir ab und mache mich dann wieder mit schnellen Schritten auf den Weg nach oben.

Während der Weg zu Beginn zwar schweißtreibend, aber insgesamt einfach zu gehen ist, kommt später eine etwas unschönerer Teil auf mich zu.

Über eine Schotterpiste geht es einige Höhenmeter nach oben. Immer wieder rutsche ich nach unten und somit wird der Teil etwa nervig. Umso glücklicher bin ich, als es endlich an den letzten Abschnitt nach oben geht. Über seilversicherte Wege geht es die letzten Meter hinauf zum Gipfel.

Nach einigen weiteren Minuten erreiche ich dann endlich die Plattform der Zugspitzbahn, welche selbst an einem Montag Nachmittag ziemlich voll ist.

Von der Plattform aus lasse ich mir dienletuten meter zum eigentlichen Gipfel nicht nehmen, auch wenn ich für das Foto ein paar Minuten warten muss, bis ich endlich an der Reihe bin.

Für Aussicht genießen ist hier leider keine Zeit und somit kehre ich direkt danach zur Plattform zurück. Ich mache noch einige Bilder und genieße die Aussicht für ein paar Minuten von hier aus.

Kurze Zeit später, mache mich dann aber auch schon bald wieder an den Abstieg, da von Westen bereits dunkle Wolken heranziehen und ich noch vor dem Regen zumindest den steileren Abschnitt hinter mir lassen möchte.

Also geht es die gleiche Strecke wieder nach unten und ich begegne einigen Leuten, die ich beim herauflaufen überholt hatte. Selbst einige hundert Höhenmeter unter dem Gipfel, wirken einige bereits komplett erschöpft und kommen nur sehr langsam voran. Wie die das noch vor dem Regen nach oben schaffen sollen ist mir schleierhaft.

Für mich geht es dagegen entspannt bergab und die Schotterpiste Rutsche ich in guter Skimanier herunter. Auf dem letzten Metern fängt es dann bereits leicht an zu regnen, aber ich schaffe es noch zurück zur Knorrhütte, bevor es wirklich los geht.

Immerhin kann ich jetzt auch einchecken und bekomme einen schönen Einzelplatz im Lager direkt neben der Tür und im Zug des Fensters. Also optimale Bedingungen für die komplette ausgebuchten Hütte. Dann nehme ich eine 3-Minuten-Dusche und wasche ein paar Kleider durch. Danach ist es bereits fast 18 Uhr und ich mache mich auf den Weg zum Abendessen.

Ich sitze mit zwei jüngeren Wanderern aus Landau in der Pfalz am Tische, die auch gerade einige Etappen des L1 Wandern, und einer Familie, die morgen auf die Zugspitze möchte. Zum Essen bekomme ich eine leckere Suppe als Vorspeise und Gulasch mit Reis als Hauptspeise. Da ich noch nicht ganz satt bin, bekomme ich noch Nudeln als Nachschlag und danach Schokopudding als Nachtisch. Da die Frau der Familie bei mir am Tisch ihren nicht möchte, esse ich den auch noch mit. Später spiele ich mit den Jungs am Tisch noch eine Runde Kniffel und dann gehen um 21 Uhr auch schon wieder alles schlafen.

Tag 13 – Knorrhütte bis Stams – 04.08.2026

28,8 km / H 1190m / R 2510m

Pünktlich um 6:30 Uhr bin ich unten fürs Frühstück. Nach der zweiten Tasse Kaffee, packe ich meine Sachen zusammen, verabschiede mich noch von ein paar Leuten von gestern Abend und mache mich dann wieder auf den Weg.

Auf den ersten Metern geht es für mich den gleichen Weg übers Gaterl zurück, wie ich gestern gekommen bin. Doch anstatt zur Ehrwalder Alm abzubiegen, steige ich links den Berg hinauf. Von oben habe ich einen guten Blick zurück, bei dem ich sowohl das Gaterl unten, die Knorrhütte rechts und die Zugspitze links hinten sehen kann.

Von hier aus geht es erstmal bergab für mich. Unterwegs sehe ich eine große Gruppe von Gämsen, die schnell den Berg hinaufspringen, um vor mir zu flüchten.

Ich steige weiter hinab und komme an der kleinen Steinernen Hütte vorbei, bevor ich weiter dem Wasser ins Tal folge.

Nach einem schnellen Abstieg komme ich unten an und mache mich direkt auf der anderen Seite wieder an den Aufstieg. Von den knapp 1000 Höhenmeter die ich abgestiegen bin, darf ich direkt wieder 800 nach oben wandern.

Der Anstieg ist anstrengend und sobald ich aus dem Wald hinaus bin, geht es in der prallen Sonne nach oben. Ich komme regelrecht ins Schnaufen und der Schweiß läuft gerade so an mir herab. Nach etwas mehr als 2 Stunden, komme ich oben an und trinke dort mein letztes Wasser leer, während ich nochmals einen Blick zurück werfe.

Dann geht es auch direkt wieder nach unten, da ich erneut über 1000 Höhenmeter absteigen darf. Während es zu Beginn sehr steil über steiniges Gelände nach unten geht und ich langsam merke, wie meine Gelenke darunter leiden, so geht es ab ca. der Hälfte immerhin sanfter über Waldpfaden hinunter.

Da ich seit dem Gipfel nichts mehr zum Trinken habe und ich mittlerweile schon wieder über eine Stunde in der Sonne unterwegs bin, freue ich mich umso mehr, als ich an einer Trinkwasserquelle vorbei komme. Das perfekt gekühlte Wasser schmeckt hervorragend und ich trinke direkt 1,5 Liter und fülle nochmals meine Flasche damit auf.

Bestes Quellwasser

Dann geht es weiter über die schmalen Pfade hinunter und bald bin ich immerhin etwas im Schatten von Bäumen unterwegs.

Mit der Zeit wird das viele bergab wandern anstrengend. Als ich Mieming erblicke und irgendwann auch wieder Netz habe, schaue ich nach einer Unterkunft für den Abend. In Stams erblicke ich einen Campingplatz und mache mich also erneut auf den Weg, um die letzten Kilometer dorthin zurückzulegen.

Der Weg ist die meiste Zeit unspektakulär, aber zwischendrin geht es über eine schöne Hängebrücke über den Inn.

In einem Supermarkt kaufe ich mir noch etwas fürs Abendessen und für die nächsten Tage, bevor ich auf dem Campingplatz mein Zelt aufbaue, kurz in den Pool springe und mir mein Abendessen, heute Chili con carne, koche.

Danach laufe ich nochmals über den Campingplatz und anscheinend ist heute tiroler Abend hier, denn die Leute essen alle Hänchen mit Kartoffelsalat und vorne tanzen Gruppen typische Tänze.

Da ich aber schon gegessen habe, schaue ich mir das Spektakel für einige Minuten an, verschwinde dann aber doch lieber in mein Zelt und lese noch ein bisschen, bevor ich mal wieder erschöpft einschlafe.

Tag 14 – Stams bis Dortmunder Hütte – 05.08.2026

21,2 km / H 2150m / R 910m

Leider ist auch für heute Nachmittag wieder Gewitter gemeldet und da ich einen langen Anstieg vor mir habe, stehe ich früh auf.

Um kurz nach 7 verlasse ich den Ort bereits und es geht längere Zeit über eine Forststraße den Berg hinauf. Die Aussicht wird zwar immer besser, aber ansonsten ist der Weg ziemlich unspektakulär.

Immerhin ist er nicht so steil und somit kann ich die 1200 Höhenmeter bis zur Stamser Alm ohne Pause zurücklegen und komme dort bereits um kurz vor 10 Uhr an.

Ich lege eine kleine Pause ein und fülle meine Wasserreserven nochmals auf, bevor es an die nächsten 900 Höhenmeter des heutigen Tages geht.

Der Weg wird immer schöner und die der Ausblick auf die umliegenden Berge immer besser. Auch wenn das dauerhafte bergauf wandern anstrengender wird, so macht es mir richtig Spaß in der schönen Landschaft unterwegs zu sein.

Der Weg hinauf zum Pirschkogel ist zwar lang, aber definitiv lohnenswert. Schön von weitem kann ich den Gipfel erkennen, muss aber noch einiges an Strecke absolvieren, bevor ich oben ankomme.

Außer ein paar Kühen und Pferden treffe ich hier oben auch niemanden an und somit genieße ich die Stille am Berg.

Auf den letzten Metern geht es noch über kleinere Felsen bergauf und dann erreiche ich nach über 2200 Höhenmetern endlich den Gipfel des Pirschkogel auf 2828m. Die Aussicht ist wirklich wunderbar und belohnt den langen Aufstieg.

Oben treffe ich ein älteres Paar, die ersten Wanderer seit meinem Aufbruch heute morgen, und sie machen sogar ein Gipfelfoto von mir.

Dann setzte ich mich noch ein bisschen oben hin und mache Pause, während ich mir die Berge vor mir betrachte.

Hier mal noch das Höhenprofil der Wanderung bis zu diesem Punkt. Im Endeffekt ging es 2148 Höhenmeter am Stück hinauf und gerade einmal 49 hinunter. Ein ungewöhnliches Verhältnis.

Der Abstieg geht dann deutlich einfacher und weniger anstrengend von statten. Sobald ich das erste Geröllfeld am Gipfel passiert habe, geht es relativ entspannt weiter nach unten bis nach Kühtai.

Gegen 15 Uhr komme ich dort an und bekomme noch einen freien Platz im Lager der Dortmunder Hütte.

Ich nehme eine kalte Dusche – ja das Bergwasser ist wirklich eiskalt – und wasche ein paar Kleidungsstücke durch. Dann lege ich mich für ein paar Minuten hin und mache Mittagsschlaf, schreibe Tagebuch und plane die nächsten Etappen, bevor es dann um 18 Uhr auch schon Abendessen gibt.

Am Tisch sitze ich mit den anderen aus meinem Lager. Zum Glück ist nicht viel los und daher ist es eine kleine Gruppe von 4 Leuten – ein Österreicher, eine Österreicherin, einer aus NRW und ich.

Während dem Essen tauschen wir uns über bisherigen Touren aus und was jeder noch so geplant hat. Insgesamt ein interessanter Abend mit gutem Essen. Von der älteren Gruppe am Nachbarstisch, bekommen wir nochmals Dessert, was bei meinem Kaloriendefizit immer gut ist.

Tag 15 – Dortmunder Hütte bis Winnebachseehütte – 06.08.2026

21,3 km / H 1800m / R 1380m

Im Lager habe ich hervorragend geschlafen. Um halb 7 wache ich auf und packe meine Sachen zusammen, damit ich nach dem Frühstück direkt los kann. Da heute Nachmittag bereits ab 14 Uhr Gewitter gemeldet sind, habe ich keine Zeit zu verlieren, um zumindest etwas Strecke zu machen.

Ich frühstücke noch mit den Leuten aus meinem Zimmer und mache mich dann auf den Weg.

Das Gewitter in der Nacht hat deutliche Abkühlung gebracht. Somit wandere ich am Morgen bei einer angenehmen frische los und lasse das Dortmunder Haus schnell hinter mir.

Es geht direkt nach oben zum Speicher Längental. Der Anstieg am Morgen ist perfekt, um meinen Kreislauf in Schwung zu bringen und somit laufe ich fröhlich den Hang des Speicherkraftwerks hinauf.

Nach einiger Zeit hole ich Julia, die heute bei uns im Lager war und ebenfalls zur Winnebachseehütte möchte, ein. Obwohl sie ziemlich schnell unterwegs ist, konnte ich sie bereits früh am Morgen einholen.

Der Weg folgt dem Stausee bis zum hinteren Eck, bevor er weiter anzieht.

Über ein Geröllfeld geht es dir letzten Meter nach oben zur Finstertaler Scharte. Von hier an geht es wieder sanft nach unten ins Zwieselbachtal. Die Aussicht ist die meiste Zeit schön und der Weg einfach zu gehen.

Erst auf den letzten Metern wird es etwas steiler und es geht über Serpentinen hinunter zur Schweinfurter Hütte, die bereits von weiter oben gut zu erkennen ist.

Dort fülle ich nochmals mein Wasser auf und mache mich dann wieder mit Julia zusammen auf den Weg durch das Tal nach hinten, wo der nächste Anstieg auf uns wartet. Zu Beginn geht es entspannt durch Kuhweiden am Zwieselbach entlang.

Später zieht der Weg immer weiter an und wird mit der Zeit auch felsiger bzw. ist immer häufiger von Geröll geprägt. Irgendwann setze ich mich von Julia ab und wandere weiter in hohem Tempo und ohne Pausen nach oben.

Der Anstieg zieht sich ziemlich in die Länge und ich merke dir Höhenmeter langsam in den Muskeln. Da ich aber erst oben eine Pause machen möchte, gehe ich immer weiter hinauf. Nach einigen weiteren Minuten erreiche ich das Zwieselbachjoch, welches mit seinen 2868m der höchste Punkt der heutigen Tour bildet.

Da das Wetter bisher zu halten scheint, lege ich eine Pause ein, esse eine Kleinigkeit und schaue mir die schöne Landschaft vor mir an, die von Wolken durchzogen ist. Gerade als ich fertig mit meiner Pause bin, kommt Julia von hinten an und wir machen uns gemeinsam an den Abstieg hinunter zur Winnebachseehütte.

Um noch vor dem Regen unten anzukommen, laufen wir schnell den Berg hinab, während wir immer mehr von Wolken umgeben werden und es anfängt zu tröpfeln.

Als eine Wolke etwas nach oben zieht, sehen wir bereits die Winnebachseehütte, wie sie nur wenige Meter vor uns am See steht. Tatsächlich erreichen wir die Hütte noch vor dem Regen und ich bekomme einen Platz im Notlager, welches sich im Winterraum der Hütte befindet. Ich gönne mir eine warme 3-Minuten-Dusche und trinke danach einen Kaffee, während ich die nächsten Tage plane.

Auch heute wird mein Platz für das Abendessen wieder zugeteilt und somit sitze ich mit einer Familie mit einer kleinen Tochter, zwei etwa 60-jährigen Brüdern und einem Ehepaar aus Tschechien am Tisch. Während dem Essen, wo ich mir auch heute wieder eine große Portion Nachschlag gönne, werde ich von den anderen am Tisch zu meiner Tour ausgefragt. Später spiele ich mit den Tschechen noch Kniffel, bevor es gegen 21 Uhr dann auch schon wieder schlafen geht.

Morgen möchte ich mich dann bereits auf den Weg zum Atterkarjöchel machen, welches die Grenze zum Ötztal bildet.

Nächstes Abenteuer gefällig?

Verpasse keine Tour mehr! Trage dich für meinen Newsletter ein und sei live dabei, wenn ich wieder unterwegs bin – mit Berichten direkt vom Trail, neuen Etappen und allem, was zwischen Aufbruch und Ankunft passiert. Kein Spam oder Werbung, nur Geschichten von echten Wegen.

f.hoehn
f.hoehn

31 Jahre alter Abenteurer aus der Nähe von Karlsruhe. Liebt Fernwanderungen aller Art und ist seit 2023 bereits mehr als 10.000 Kilometer gewandert. Verbringt die Zeit zu Hause gerne mit Kaffee trinken oder Pizzabacken.

Artikel: 219

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert