In diesem Post habe ich die restlichen Tage zusammengefasst. Leider komme ich nicht jeden Tag dazu, etwas zu schreiben. Ich werde aber versuchen ein- bis zweimal die Woche einen Post mit den vergangenen Tagen zu veröffentlichen.
Tag 4 – Lichtental bis Neusatz (30,6km)
Da es im Kloster erst um 7:30 Frühstück gab, könnte ich quasi ausschlafen. Das weiche Bett tat richtig gut und somit konnte ich ausgeruht in den Tag starten. Nachdem ich meine Wäsche angehängt und eingepackt hatte, machte ich mich auf zum Frühstückssaal.
Heute ging es für mich zuerst am Fluß entlang durch die Parkanlagen des wunderschönen Baden Baden. Zahlreiche Villen schmückten den Weg. Nach einigen Killometern ging es für mich durch den Park raus aus der Stadt.




Der Weg führte mich zuerst durch den Wald und ehe die Umgebung immer mehr von Weinbergen geprägt wurde. Umso weiter ich lief desto besser wurde die Aussicht auf die Rheinebene. Durch die neue Wegführung des Jakobusweg steigt man mittlerweile nach Steinbach ab, wo die Jakobuskirche und einige alte Fachwerkhäuser bestaund werden können. Im Ort nahm ich noch eine kleine Stärkung zu mir, bevor es wieder zurück in die höher gelegenen Weinberge ging.


Von oben hatte man eine tolle Aussicht und man traf auch immer weider andere Wandere auf dem Weg. Mittlerweile merkte ich langsam, dass die Hitze und die Strecke einem zu schaffen machte. Da ich noch keine genaueren Pläne für meine Übernachtung hatte, schaute ich regelmäßig nach passenden Möglichkeiten für einen Schlafplatz. Dies stellte sich in den steilen Weinbergen aber schwieriger da als werwartet. Daher fasste ich den Entschluss bis nach Neusatz weiterzulaufen und mir dort eine Unterkunft zu nehmen.

Während ich dem Weg durch die Weinberge folgte und an einer Burg vorbei kam, zogen kleinere Regenschauer auf. Von diesen lies ich mich jedoch nicht abhalten und marschierte weiter in Richtung Neusatz.




Obwohl mir mittlerweile die Füße wehtaten folgte ich den ständig steigenden und abfallenden Weg bis kurz vor Neusatz. Als ich dort nach einer Unterkunft suchte musste ich festellen, dass alle Gasthöfe im Ort bereits ausgebucht waren. Somit muss ich mir also doch noch einen Notfallschlafplatz kurz vor Neusatz suchen.
Zuerst irrte ich ein wenig in der Gegen umher, bis ich einen Schlafplatz fand, welcher immerhin einigermaßen geeignet schien. Auf einer Bank in der Nähe wartet ich bis es dämmerte und dann fing ich an mein Zelt auf einer Streuobstwiese am Hang aufzubauen. Nachdem ich alles vorbereitet hatte und mich ins Zelt legte, merkte ich, dass der Hang doch steiler war als gedacht. Somit stellte ich kurz vor Sonneuntergang mein Zelt erneut komplett um. Dies stellte sich zwar auch als ein semi guter Schlafplatz heraus, jedoch war er deutlich besser als der zuvor und immerhin hatte ich von meinem Zelt aus einen schönen Blick auf Neusatz. Ich genoss noch ein paar Minute den Sonnenuntergang und dann legte ich mich in mein Zelt zum Schlafen.

Tag 5 – Neusatz bis Oberkirch (27,8km)
Wie sich herausstellte war mein ausgewählter Zeltplatz nicht gerade optimal. Er war nicht nur leicht schräg, sondern der Wind zog auch immer wieder ziemlich durch und ließ mein Zelt wackeln. In der Nacht kam dann überraschend auch noch ein Gewitter dazu, welches sich aber wohl erst einige Kilometer hinter meinem Schlafplatz entlud. Alles zusammen führte aber dazu, dass ich in der Nacht nicht wirklich viel geschlafen hatte. Dann kam auch noch dazu, dass ich meinen Wecker um 5:30 gestellt hatte, um mein Zelt noch rechtzeitig vor dem vorhergesagten Regen um 6 Uhr abbauen konnte.
Also ich dann alle meine Sachen zusammengepackt hatte, machte ich mir noch einen Kaffee und schaute zu, wie der Regen über die Rheinebene immer weiter in meinte Richtung zog. Also die Wolken dann langsam auch in meine Nähe kamen, stieg ich ab nach Neusatz.




In Neusatz kaufte ich mir etwas beim Bäcker und wartete an einer überdachen Bushaltestelle bis der Regenschauer vorrüber war. Nach der kanpp 1 stündigen Zwangspause machte ich mich dann wieder auf den Weg in den Süden. Zuerst ging es dazu wieder steil den Berg hinauf in die Weinberge und gelangte dort über den Kamm zur Burgruine Neu-Windeck, welche um 1300 erbaut wurde. Von dort aus ging es weiter Berg auf und ab durch die Weinberge der Region. Da ich mein letztes Wasser bereits zum Zubereiten meines morgendlichen Kaffees verwendet hatte, gab es für mich nichts mehr zum Trinken, obwohl mein Durst durch die wiederkehrenden Anstiege von Schritt zu Schritt größer wurde. Umso erfreulicher war dann die unerwartete Getränkeoase auf einem der Hügel. Dort gönnte ich mir zuerst eine Fanta und füllte danach meine Wasserflaschen mit frischem Quellwasser aus der Leitung wieder auf. Somit konnte es für mich beruhigt weiter gehen.




Mein erstes Ziel an diesem Tag war Sachsbachwalden. Dort konnte ich endlich mal wieder einen Stempel für meinen Pilgerpass ergattern. Bevor ich nach Kappelrodeg gelangen konnte, musste ich erneut über einen Berg hinwegwandern. Auf diesem Berg steht die Blosenkopfkapelle, welche einen wunderbaren Blick über Kappelrodeg bietet. Außerdem konnte ich auch in dieser Kapelle einen Stempel gewinnen. Da mir die Aussicht dort oben so sehr gefiel und es kurz vor Mittag war, machte ich auf einer Aussichtsbank einen kurzen Mittagsschlaf und nahm eine kleine Stärkung zu mir. Danach ging es dann wieder über die Serpentinen abwärts.




Mit der Zeit wechselten sich die Reben immer öfters mit Kirsch- und anderen Obstbäumen ab. Ab und an gab es ganze Alleen mit Kirschbäumen, bei welchen gerade Erntezeit war. Als ich ein paar dieser süßen Früchte probierte bekam man ich wirklich Lust auf mehr.
In Kappelrodeg konnte ich dann sogar meinen dritten Stempel an diesem Tag erhalten, welcher dann dazuführte, dass bereits die erste Seite meines Stempelheftes voll war. Von dort aus ging es dann weiter über Waldum nach Oberkirch. Es ging wieder auf und ab in den Weinbergen, bevor ich kuurz vor Oberkirch in das Tal abstieg und dort noch für ein paar Minuten durch Obstanlagen lief.
In Oberkirch nahm ich mir dann ein Zimmer in einem Gasthof. Nachdem ich meine Kleider gewaschen und eine Dusche genommen hatte, aß ich noch etwas im Gasthof zu Abend und lies den Tag entspannt ausklingen.

Tag 6 – Oberkirch bis Schutterwald (31,7km)
Nach dem Frühstück um 7 machte ich mich bei schönstem Wetter auf Richtung Schutterwald. Doch bevor ich wirklich starten konnte, musste ich meine Wasserreserven und Müsliriegelsammlung auffrischen. Dann ging es über den Fluss raus aus Oberkirchen und direkt kam wieder ein Anstieg in die Weinberge. Da ich mir bewusst war, dass es heute vermutlich das letzte Mal für die nächsten Tage in höheren Lagen unterwegs sein werde, machte es umso mehr Spaß die steilen Hänge hinaufzulaufen und die Aussicht von da oben zu genießen.




Auf einem der Berge drohnte die St. Wendelin Kapelle, bei der ich mir mal wieder einen Stempel in mein Heft machen durfte. Dann schlängelte der Weg sich weiter und kurz vor Durbach kam dann der vorerst letzte Anstieg hinauf zum Schloss Staufenberg. Von dort aus hatte man das letzte mal einen besonders schöne Aussicht bei bestem Wetter. Leider war es noch etwas zu früh am Morgen, um dort einen der edlen Weine bei diesem Panorama zu genießen.




Nach dem Abstieg nach Durbach folgte ich dem Weg durch den Wald bis nach Offenburg, wo ich mir bei diesem Wetter eine Kugel Eis gönnte.
Leider war der darauffolgende Weg nicht besonders schön. Erst ging es für eine gefühlte Ewigkeit durch das Industriegebiet und dann musste ich für mehrere Kilometer auf einer Straße laufen, auf der dauernd LKWs vorbeifuhren.
Erst als ich den Baggersee von Schutterwald erreichte, wurde der Weg wieder schöner. Hier legte ich eine kurze Pause ein und überlegte mir wie weit es heute noch gehen solle. Ich enschied mich dazu, kurz nach Schutterwald einen Schlafplatz zu suchen. Also nahm ich meine Sachen und lief durch Schutterwald durch. In der Hoffnung, dass ich bald einen Schlafplatz finden würde, setze ich mich bei einem Sportplatz am Ortsausgang erneut hin und nahm mein Abendessen zu mir. Die bereits fast 32km merkte ich mittlerweile in den Füßen und generell wurde ich langsam müde vom vielen Laufen.
Gestärkt setze ich meine Reise fort und hielt dauernd nach einem passenden Schlafplatz ausschau. Nach wenigen Minuten erreichte ich den nächsten Ort ohne einen Platz gefunden zu haben. Aber auch danach wurde es nicht gerade einfacher. Es folgte ein größeres Naturschutzgebiet, in welchem ich dann auch nicht übernachten wollte. Also lief ich durch diese herrliche Landschaft und konnte dabei mehrere Störche beim Futtersuchen und herumfliegen betrachten.





Nachdem ich nun einige Killometer durch dieses Naturschutzgebiet gelaufen war, fing ich wieder an nach einem geeigneten Schlafplatz zu suchen. Glücklicherweise wurde ich wenig später fündig und baute mein Zelt zwischen mehreren Holzstapeln auf, welche mir von allen Seiten Sichtschutz gaben. Mittlerweile war es auch schon fast 9 Uhr Abends und ich war seit meinem geplanten Ende in Schutterwald weitere 6km gelaufen und war bereits kurz vor Schutterzell. Leider habe ich diesen Teil meiner heutigen Strecke nicht getrackt, da ich meine Tour bereits am Sportplatz beendet hatte. Insgesamt waren es also knapp 38km an diesem Tag, was ich auch überall am Körper merkte. Sobald ich mein Zelt aufgebaut hatte, viel ich also auf meine Isomatte und schlief direkt ein.
Tag 7 – Schutterzell bis Grafenhausen (26km)
Durch die aufgehende Sonne wurde ich bereits um halb 6 geweckt. So began ich also den letzten Tag meiner ersten Woche auf dem Jakobsweg wieder mit dem abbauen des Zeltes. Mit allen meinen Sachen ging ich dann über die Felder nach Schutterzell. Durch die noch tief stehende Sonne wurden die Felder angestrahlt und machten einen wunderschönen Anblick am Morgen. Für heute nahm ich mir vor, eine kleinere Tour zu laufen, um die Strapatzen von gestern wieder auszugleichen.



Von Schutterzell aus folgt ich der Landstraße bis nach Schuttern, wo ich mir in einer Bäckerei etwas zum Frühstücken kaufte. Mit diesen Sachen lief ich noch ein paar Meter weiter zur ehemaligen Benedektinerabtei und genoss mein Essen auf einer Mauer am Fluss. Danach schaute ich mir die Kirche drinnen genauer an, welche sich in wunderschönem Weiß schmückte.




Dann ging es weiter durch die Felder. Zwischen Schuttern und Hungsweier konnte ich eine ehemalige römische Straße begutachten ehe ich dann in Hungsweier eintraf. Dort gab es wunderschöne Häuser und Brücke, welche sich über die Schutter legten.




Leider nahm die Qualität des Weges in Lahr drastisch ab. Es ging auf geteerten Wegen durch das schier nie enden wollende Industriegebiet. Die mittlerweile 25 Grad und die ständige Sonne machten das nicht gerade angenehmer. Daher war ich heilfroh, dass ich Lahr irgendwann hintermir lassen konnte und nach Kippfenheimweiler gelangte. Dort lief ich zum Baggersee des Ortes, wo ich um kurz nach 12 eintraf. Ich bestellte mir das Tagesessen und genoss die kühlere Luft am See im Schatten. Mittlerweile hatte ich schon wieder mehr als 18km Strecke hinter mir gelassen. Daher beschloss ich im nächsten Ort eine Unterkunft zu suchen und mir einen entspannten Mittag zu machen. Durch die Hitze hatte ich heute keine Lust auf zelten.
Nach dem Essen lief ich also bei mittlerweile fast 30 Grad in der brallen Sonne weiter in den nächsten Ort. Auf den Feldwegen herrschte eine Hitze ohne einen einzigen Windhauch zu verspüren. Ich brauchte für die darauffolgenden 5km fast zwei Stunden, da ich immer wieder Pausen einlegte, sobald ich ein schattiges Plätzchen fand.
Als ich dann endlich in Grafenhausen eintraf, rief ich bei einer Unterkunft an. Leider waren diese für heute schon ausgebucht. Bevor ich es wo anders probierte, ging ich in ein Eiscafe und bestellte mir einen Obsteisbecher. Dieser schmeckte bei diesem Wetter besonders gut und war eine wohlverdiente Abkühlung.

Danach setze ich meine Suche nach der Unterkunft fort und wurde glücklicherweise nur 500m weiter in einem Hotel fündig. Dort genieße ich jetzt noch den Rest des Tages, bevor morgen meine zweite Woche auf dem Jakobsweg beginnt. Da ich mich noch an das tägliche Wandern gewöhnen muss, komme ich zwar nicht immer so schnell voran wie ich das gerne hätte, aber immerhin habe ich bereits knapp 190 Killometer in den letzten 7 Tagen zurückgelegt, was schon fast an meine geplante tägliche Distanz herankommt.


